stilvoll einladen

stilvoll einladen zum Fest- oder Alltagsschmaus
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Einladung zur Gartenparty, zum Picknick oder zu Wein und Häppchen

„Wir haben uns ja ewig nicht gesehen! Lasst uns nächstens zusammen ein Glas Wein trinken und gemütlich quatschen…“ Wir zücken unsere Smartphones, suchen ein Datum, das allen passt – im Kalender eintragen, erledigt. So schnell, so einfach ist ein gemütlicher Abend oder die Einladung zum Brunch, zum Picknick oder sonstwas organisiert. Und jetzt stell dir vor, der Pöstler steckt einmal eine Einladung zum Nachtessen in deinen Briefkasten. Handschriftlich lädt dich jemand für ein paar gemütliche Stunden zu sich nach Hause ein. Mir gefällt diese Vorstellung. Ich schicke Agi und Bruno deshalb noch einen Kartengruss, bevor wir sie als Gäste bei uns zuhause willkommen heissen. Nun ja, als Einladung reichts nicht mehr, dafür bin ich zu spät dran und der Termin ist eh schon fix. Aber zumindest schicke ich den beiden eine Wir-freuen-uns-auf-euch-Karte.

Die Idee mit der Einladung per Karte stammt von Zita Langenstein. Sie empfahl am Anlass „The perfect meal“ im Stilhaus in Rothrist sogar, die Gästen unbedingt per handgeschriebener Karte einzuladen. Klingt ziemlich old-fashioned, oder? Ich denke, dass die Geste genau deshalb ganz gut ankommt. Und: Zita Langenstein muss es wissen, denn in Stilfragen ist sie eine Expertin. Sie dient immer wieder als Freelance-Butler im königlichen Haushalt von… yes – her Majesty, the Queen! An jenem Anlass im Stilhaus plauderte sie jedoch zusammen mit Nadja Wüthrich, Servicefachfrau und Gewinnerin des marmite youngster Award 2017, einfach ein bisschen aus dem Besteckschublädchen und verriet Tipps und Tricks für die stilvolle Einladung.

Fondue, Picknick oder Fünfgänger

Der Anfang ist geglückt, die Gäste sind von der ungewöhnlichen Einladung überrascht. Was gehört nun am Abend selbst selbst dazu, dass das Essen und die Ambiance den Gästen und Gastgebern festlich in Erinnerung bleibt? Zurück zum Anlass mit der Butlern: Natürlich kamen in dem Talk auch Hummerzange, Schneckengabel und das korrekte Glas für den Portwein kurz zur Sprache. Doch solche Finessen, das perfekte Timing oder eine imposante Gläserkollektion rund um den Teller machen noch lange kein Festessen aus. Denn auch ein gemütliches Fondue oder ein schickes Picknick können zum Festessen werden, wenn der ganze Anlass von A bis Z stimmig ist. Und vor allem: wenn sich die Gäste ganz und gar wohlfühlen. Das ist der zentrale Punkt und genau dazu erzählte Zita Langenstein eine passende Anekdote, die sie bei einem Dîner der Queen und deren Gästen miterlebte. Das war so: Auf der königlichen Tafel standen unter anderem die Fingerbowlen für den ersten Gang bereit. Gäste und Gastgeber hatten eben erst Platz genommen, als einer von ihnen nach der Fingerbowle griff… und sie austrank! Weisst du, wie nun die Gastgeber darauf reagierten? Die Queen griff ganz selbstverständlich ebenfalls nach ihrer Fingerbowle. Und trank sie aus! Ohne mit der Wimper zu zucken, taten sämtliche weiteren königlichen Familienmitglieder dasselbe und ersparten dem unwissenden Gast damit eine peinliche Situation. Das nenne ich Nonchalance! Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich dieser Gast bis heute seines Fauxpas gar nicht bewusst ist.

Kerzen, Blumen, Eiffeltürme

Blumenschmuck und Silberbesteck für die lieben Gäste
Blumenschmuck und Silberbesteck für die lieben Gäste

Aber zurück zu meinem eigenen Tisch, den ich nun für unsere Gäste Agi und Bruno decke. Also – zum Tischtuch: Ich persönlich finde weisse Tischwäsche stylish und elegant. Doch unser Tisch ist fast vier Meter lang und aus schönem dunklem Holz. Zu schade, ihn vollständig zuzudecken, finde ich. Also benutze ich lieber Tischsets und erspare mir damit noch das Bügeln. Auch bei der Wahl der Servietten mache ich Zugeständnisse. Stoff? Muss nicht unbedingt sein. Papier ist ganz okay, wenn die Qualität stimmt. Denn, wie ich am Anlass ebenfalls lerne, auf den stilvoll gedeckten Tisch gehört eine gefaltete Serviette. Das jedenfalls findet Servicefachfrau Nadja Wüthrich. Ich verknurre also L.D. dazu, nach einem How-to auf YouTube die Servietten zu falten. Und ich muss zugeben: Das sieht sehr schick aus. Jetzt fehlt nur noch der Blumenschmuck oder die Tischdekoration. Es braucht ja gar nicht viel; Kerzenlicht und einige Blumen, Steine, Tannzapfen oder was auch immer zur Jahreszeit, zum Menü oder zur Stimmung passt. Auf Pinterest gibt’s unendlich viele Ideen für stimmungsvolle Dekorationen, selbst aus ganz alltäglichen Materialien, von easy bis raffiniert. Ich weiss auch schon, was ich bei der nächsten Einladung – einem Menü à la française – als Tischschmuck verwenden werde. X.D. brachte mir auf meinen Wunsch hin ganz viele farbige Eiffeltürmchen aus Paris mit nach Hause. Sehen sie nicht hübsch aus?

Bunte Eiffeltürmchen als Tischdekoration
Bunte Eiffeltürmchen als Tischdekoration

The perfect Sound

Was fehlt noch? Neben den Delikatessen natürlich, die wir auf den Teller zaubern werden? Richtig, der Sound – damit einerseits die Vorbereitungen und das Kochen leicht und beschwingt von der Hand gehen. Und natürlich als Hintergrundmusik während des Essens. Auf Spotify gibt’s übrigens eine witzige Playlist „Cooking ‚n’ Roll“, die von den Black Keys über Bruce Springsteen, den Vaccines, Foster the People und noch viel mehr kreuz und quer Altes und Neues durcheinanderwirbelt. Für die Hintergrundmusik während des Essens ist es sicherlich empfehlenswert, den Musikgeschmack der Gäste berücksichtigen. Ich persönlich wäre zum Beispiel bei Jazzmusik im Hintergrund gar nicht entspannt. Oder man setzt auf einen abwechslungsreichen Mix. Was hältst du davon: Romantische Playlist für das Dinner for Two ? Lieber klassisch: Playlist Classical Feast?

Auf einen Blick: Die Tipps für eine unvergessliche Einladung

  • Im Voraus handgeschriebene Einladungs- oder Willkommenskarte per Post an die Gäste versenden
  • Vegetarisch, koscher oder laktosefrei? Am besten, du erkundigst dich beizeiten nach Allergien, Unverträglichkeiten oder Vorlieben/Abneigungen der Gäste und stellst entsprechend das Menü zusammen
  • Blumen- oder anderen Tischschmuck kreieren – für den Wow-Effekt und weil das Auge bekanntlich mitisst
  • Servietten falten. Wie wär’s mit einer Tulpe, einer Lilie oder einem Schiffchen?
  • Sound – die richtige Musik zaubert Stimmung und beschwingt beim Kochen und Aufräumen (etwa so wie Pablo Verón im Film „Tango Lesson“) :-).
  • Gäste platzieren; als Gastgeber/Gastgeberin weisst du am besten, wer zusammenpasst. Ausserdem kannst du dir den strategisch besten Platz mit Blick in die Küche reservieren.
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