Afrika für Anfänger

Marrakesch

Marrakesch – mal quirlig, mal ruhig

Was Mamoun kürzlich aus seiner Heimat Marokko mit ins Büro brachte, war genau das Gebäck, das wir in Marrakesch entdeckt und so gerne gegessen hatten: Bastilla. Klebrig zwar und für meinen Geschmack eigentlich viel zu süss, aber doch so, so lecker. In Marrakesch war ich damals ja anfangs sehr skeptisch gewesen gegenüber den fliegenden Händlern, die alle möglichen Leckereien anboten. Aber wir konnten den Düften, die uns in der Medina um die Nase wehten, schliesslich doch nicht widerstehen und so kauften und assen wir frische Kaktusfeigen, Datteln und Süssigkeiten auf der Strasse und im Souk – und das alles ganz ohne Magenprobleme danach.

Medina: das ganze Leben spielt sich draussen in den Gassen ab

Warst du schon einmal in Marrakesch? Bei mir stand die Stadt ja schon lange weit oben auf der Liste. Aber erst vor einigen Monaten reiste ich schliesslich direkt hinein in Tausendundeine Nacht. Natürlich hatte ich vorher viel über Marrakesch gelesen. Ich plante die Reise sogar besonders sorgfältig, weil wir ja zu sechst und vor allem mit sehr unterschiedlichen Ansprüchen unterwegs waren. Dennoch – als wir per Taxi vom Flughafen direkt in die Medina fuhren, war ich überwältigt.

Da herrscht ein unglaubliches Durcheinander in den schmalen Gassen; von Händlern, die ihre Waren anbieten, spielenden Kindern, Eselskarren, Mopeds, Touristen, Einheimischen, die sich unterhalten, einkaufen, kochen und essen. Alles vermischt sich zu einem Gewirr aus Stimmen, Geräuschen, Düften, Farben. Vor lauter Staunen vergisst man beinahe, den knatternden Mopeds auszuweichen.

Wohnen: Oase der Ruhe im Riad

Und wieder Staunen, als wir dann beim Riad Nashira & Spa ankamen. Fast ein bisschen magisch war die Erfahrung, mitten in der Medina durch die schlichte Holztüre zu treten und dahinter eine Oase der Ruhe vorzufinden. Nicht nur, weil hier kaum mehr als das Plätschern des Brunnens zu hören war. Das ganz in Weiss, Grau und Silber gehaltene Interieur des Riad wirkte – zusammen mit dem kräftigen, heissen Minzetee, der uns immer angeboten wurde – immer wieder erfrischend und entspannend für die Sinne nach der quirligen Atmosphäre der Medina.

Essen: Tajine, selbst gekocht

Wie gesagt, musste ich unser Reiseprogramm so gestalten, dass jeder auf seine Rechnung kam. LD beispielsweise fühlte sich im Souk gar nicht wohl; zu eng, zu laut, zu viele Menschen. Deshalb buchte ich schon im Voraus, sozusagen als ruhigen Programmpunkt, einen Kochkurs im Country Club des Maison Arabe. Nicht die absolut authentische Marrakesch-Erfahrung, aber ein angenehmer Ausgleich zum Treiben in der Stadt, an märchenhafter Location und wirklich empfehlenswert. Am liebsten hätte ich neben Tajine und Auberginen-Tomaten-Salat noch viel mehr und noch lange weitergekocht.

Country Club, Marrakesch
Stimmig und wunderschön: Country Club des Maison Arabe.
Berberin beim Brot backen
Berberin beim Brot backen
Dada Ayada
Dada Ayada zeigt, wie’s geht.
Tajine
Die Tajine ist fertig zubereitet. Nun muss sie nur noch garen.
Tajine
Jedem seine eigene Tajine. Je nach Geschmack mit Poulet oder mit Gemüse.
Gewürze
Riechst du das Ras el Hanout? Kurkuma? Safran?

Entdecken: der Hohe Atlas und Mittagessen im Fluss

Wer mehr als zwei, drei Tage in Marrakesch verbringt, möchte vielleicht auch mal raus aus der Stadt und die nähere Umgebung erkunden. So wie wir, zum Beispiel in den Hohen Atlas. Auch schon von zuhause aus plante ich mit Liz Williams von Authentic Morroco unseren Tagesausflug im Minibus; durchs Ourika-Tal in den Hohen Atlas und auf dem Rückweg durchs Ouirgane-Tal wieder zurück nach Marrakesch. Fast den ganzen Tag lang chauffierte uns Hassan hinauf und hinunter, durch überflutete Bachbette und enge Kurven. Während Abdul, unser Guide uns mit Informationen zu allem und jedem versorgte. Ganz cool fand ich auf dem Trip die Tische und Stühle am und sogar im Fluss des Ourika-Tals. Hast du so etwas schon einmal irgendwo gesehen? Wer Lust hat, kann also tatsächlich während des Mittagessens die Füsse im Flusswasser kühlen. Dafür war es in unserem Fall nicht warm genug, weshalb wir lieber etwa eine Stunde über Stock und Stein zum Wasserfall kletterten – was auch erfrischend war.

Unbedingt ansehen: die Medersa

Natürlich hat Marrakesch auch eine Unmenge kultureller Highlights zu bieten. Ich muss zugeben, die kamen auf unserer Reise etwas zu kurz. Anderseits habe ich damit doch bereits einen Grund, nochmal wiederzukommen, nicht wahr? Wenigstens die Medersa Ben Youssef besuchten wir an unserem letzten Tag. Und zwar frühmorgens, als erste Besucher. Was ich absolut empfehle. In aller Ruhe konnten wir so in der ehemalige Koranschule die grandiosen Schnitzereien und Mosaike bestaunen und noch vor dem Besucheransturm durch die 150 Schülerzimmer schlendern. Übrigens: Audioguides oder Infotafeln gibt es da nicht. Du musst dir die Infos also – am besten vor dem Besuch – selbst beschaffen.

Ich freue mich jetzt schon auf den Kulturtrip nach Marrakesch. Und ganz sicher werde ich wieder einen Kochkurs buchen. Vielleicht um zu lernen, wie man Bastillas zubereitet?

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