Das beste Alter für Abenteuer

Das beste Alter für ein Abenteuer
Das beste Alter für ein Abenteuer

Das beste Alter für ein Abenteuer

Ausser vielleicht bei Modetrends kam ich bislang eigentlich nie auf die Idee, ich sollte auf irgendetwas verzichten, weil es nicht mehr meinem Alter entspricht. Klar, schlitteln findet man wohl irgendwann nicht mehr so toll, wenn danach tagelang die Gelenke schmerzen. (Zusätzlich zu den blauen Flecken am Po, die nun mal dazugehören.) Ich meine, gibt es Dinge, die man ab einer gewissen Anzahl Lebensjahren lassen sollte? Ich bin jetzt 50. Erst mit 45 hatte ich den Mut, mir die Augen lasern zu lassen. Im Nachhinein merkte ich, dass dies eine meiner besten Entscheidungen überhaupt war. Dass ich nun morgens vom ersten Augenblick an gleich alles scharf sehe, ohne vorher nach meiner Brille zu tappen, bedeutet mir enorm viel. Doch vor der Operation hörte ich tatsächlich Bemerkungen wie: „Lohnt sich das denn noch?“ – „Wie bitte??“ Natürlich habe ich verstanden, in welche Richtung der Zaumpfahl meiner feinfühligen Bekannten zeigte: „In deinem Alter wirst du sowieso bald eine Lesebrille benötigen“. Und wenn schon! Übrigens war genau das Gegenteil der Fall. Die Ärzte korrigierten meine Augen so geschickt, dass ich nach wie vor selbst 7-Punkt-Schriften lese, während andere längst über zu kurze Arme jammern oder nach ihrer Lesebrille greifen.

Oder kürzlich beim Laser Game. Mit Sicherheit gehöre ich nicht zur primären Zielgruppe der Laser Game Organisatoren und ich hatte auch nur eine vage Vorstellung davon, was da in der Halle abläuft. Dementsprechend konnte ich auch nicht nachvollziehen, was den Reiz des Spiels mit Lasergewehren in dunkeln Räumen ausmacht. Das wäre wohl auch so geblieben, hätte sich Lukas nicht anstelle eines Geburtstagsgeschenkes eine Partie Laser Game mit Familie und Freunden gewünscht. Na ja, ich war dann Tabellenletzte mit meiner miserablen Trefferquote. Aber egal. Mein Fazit danach: Es machte tatsächlich Spass, es war ein Nervenkitzel und verlangt einiges an Taktik. Auch wenn ich mich nach wie vor mit Shooter Games jeder Art schwertue, so sehe ich nun doch auch eine gewisse sportliche Herausforderung darin. Schon allein deshalb erscheint es mir sinnvoll, hin und wieder selbst irgendwelche neuen Trends auszuprobieren. Nur so erhalte ich schliesslich eine Vorstellung davon, worum es wirklich geht und kann mir meine eigene Meinung dazu bilden.

Als ich im Bekanntenkreis von meinen beruflichen Selbständigkeitsplänen erzählte, hörte ich Aussagen wie: „Und du willst dich nun wirklich mit 50 noch selbständig machen?“ Was soll das denn heissen? Genau jetzt habe ich doch die Erfahrung, um gewisse Risiken abschätzen zu können. Erst jetzt verfüge ich über etwas Menschenkenntnis und habe insgesamt schon das Eine oder das Andere erlebt, das mir hilft, Entscheidungen zu treffen. Allerdings – das ist mir bewusst – wird’s schwierig, wenn sich meine Pläne nicht wie gewünscht entwickeln. Was, wenn ich es nicht schaffe, genügend Aufträge zu erhalten, um finanziell unabhängig zu sein? Mit 20, 30 oder 40 könnte man sich in diesem Fall wohl problemlos wieder irgendwo bewerben und einen Job annehmen. Das Abenteuer Selbständigkeit auf dem Konto Erfahrungen verbuchen und sich der nächsten Herausforderung widmen. Mit 50 schätze ich diese Situation allerdings anders ein. Da muss ein Plan B her. Das heisst – müsste. Ich habe keinen. Also gut, bei Gelegenheit werde ich mir dazu Gedanken machen. Vorher will ich aber noch dies und jenes ausprobieren. Yoga steht zum Beispiel auf dem Plan, Argentinien, immer wieder mein Blog, oder doch wieder einmal ans Klavier, die 642-things-to-write-about-Herausforderung, fotografieren, vielleicht Arabisch lernen?

Ich biZeit für ein Abenteuern der Meinung, dass wir genau das tun sollten, wonach uns gerade der Sinn steht. Bei kleinen und bei grossen Dingen, im Alter von 15 Jahren genauso wie mit 75. Nicht, um irgendwo dazuzugehören, sondern aus Interesse an der Sache und um einfach beweglich zu werden, zu sein, zu bleiben.

Ich gehe jetzt mal raus. In den Schnee.

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